Gerade habe ich ein mehrseitiges Pamphlet über die Bedeutung von kumulativer Forschung geschrieben. Also darüber, warum es wichtig ist, auf die Erkenntnisse anderer aufzubauen, sie aber auch zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Dabei dachte ich, es fällt mir so viel leichter, aus den Dingen etwas zu machen, als selbst mit dem Dingemachen anzufangen. Ich halte mich nicht für sehr kreativ, wenn es darum geht, ein weißes Blatt zu füllen.
Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich die aktuelle Netzwelt so liebe. Wenn alles vernetzt ist, gibt es kein weißes Blatt. Das Netz ist Anregenlassen, Aufnehmen, Aufbauen. Jeder Verweis, jeder Kommentar ist kumulativ und Weiterentwicklung.
Ein Beispiel dafür ist die twitkrit, eine Seite mit diversen Perlen wunderhübscher vermeintlicher Trivialitäten, die durch bunte Netzgedanken angeregt werden. Und nicht nur Sachen wie die Hegemanndiskussion, sondern z.B. auch Probleme mit dem no-derivative der Creative Commons sind Konsequenzen aus dieser wunderbaren kumulativen Natur des Netzes: Kann man denn Inhalte unverändert weiterverwenden – ist nicht schon allein ein neuer Kontext eine Veränderung?
Ich jedenfalls will mich hier genau diesem Anregenlassen, Aufnehmen, Aufbauen widmen, mit kleinen Gedanken. Nicht nur aus der Netzwelt. Mal sehen, was draus wird.